Chinesisch als Wahlfach in der Berufsschule
Kooperation zwischen 
Fa. Marquardt GmbH und der Tuttlinger Steinbeis-Schule. Von links: Schulleiter Hartwig Hils, Marquardt-Chef 
Dr. Harald Marquardt und Landrat Guido Wolf.

Ihre Kooperation haben die Steinbeis-Schule Tuttlingen und die Rietheimer Marquardt GmbH mit einem Vertrag bekräftigt.
WOLF-DIETER BOJUS
( Wochnblatt )

Dr. Harald Marquardt, Geschäftsführer der Firma, erinnerte an die lange Geschichte der Kooperation: Schon vor 35 Jahren habe die von seinem Vater Jakob Marquardt und dem damaligen Schulleiter Friedrich Hosch begründete Partnerschaft die Technikerschule auf den Weg gebracht. Heute arbeiten über 80 Absolventen dieser Schule bei Marquardt - einer davon habe es gar in die Führungsebene geschafft.

Eine Förderung des neu angebotenen Wahllfachs Chinesisch ist ein Punkt dieser Zusammenarbeit: Die Firma zahlt dem besten Schüler in diesem Fach eine Reise nach China. 

Die Bedeutung des Riesenlandes hob Dr. Marquardt hervor: In den letzten zwölf Monaten habe Marquardt sechs Neukunden gewonnen, einen aus Deutschland, einen aus Frankreich, einen aus den USA - und gleich drei aus China.

Weitere Kooperationspunkte sind zielgerichtete Betriebsbesichtigungen, Betriebspraktika für Lehrer, Fachvorträge und gegenseitige Einladungen.

(Wochnblatt , erschienen am Donnerstag, 21. April 2011)


Text und Bilder : WOLF-DIETER BOJUS
   
 Firma Marquardt belohnt den angehenden Techniker Andreas Bux 
mit einer Reise nach China


Stephan Itter, Geschäftsführer der Firma Marquardt GmbH in Rietheim-Weilheim 
überreichte Andreas Bux, Technikerschüler der Steinbeisschule Tuttlingen, den Preis für den besten Schüler im Fach Chinesisch.


Zum ersten Mal wurde der Chinesisch-Preis der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Kooperation mit der Firma Marquardt verliehen.
Der Technikerschüler Andreas Bux darf in den Herbstferien für eine Woche nach Shanghai in China fliegen. Dort besucht er u.a. die Tochtergesellschaft der Marquardt GmbH aus Rietheim. Gespräche mit den dortigen Mitarbeitern, eine Betriebsbesichtigung und Informationen über das Engagement von Marquardt in China stehen ebenso auf dem Programm wie Gelegenheiten, Land und Leute kennenzulernen.

Andreas Bux hatte im letzten Schuljahr am neu eingerichteten Chinesischkurs der Steinbeisschule teilgenommen und dabei als bester Schüler abgeschlossen. Er beschäftigte sich mit den chinesischen Schriftzeichen, lernte praxisorientiert Grundkenntnisse der chinesischen Hochsprache, des Mandarin, sodass er sich in wichtigen alltäglichen Lebenssituationen zurechtfinden kann. Ein chinesischer Markt, die Verabredung mit neuen Freunden oder sich selbst vorzustellen bereitet ihm nun auf Chinesisch keine Schwierigkeiten mehr. Von seiner Lehrerin, Frau Tianjao Liu, erfuhr er auch manches über die chinesische Kultur und Geschichte. 

Chinesisch an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule wird für die Beruflichen Gymnasien in Kooperation mit der Fritz-Erler-Schule als zweite Fremdsprache angeboten und steht zusätzlich schulartübergreifend für alle Schüler und auch Lehrer der Steinbeisschule als Angebot offen. Neben Schülern des Technischen Gymnasiums und einzelnen Berufsschülern haben vor allem Technikerschüler das Angebot gut angenommen, sind doch viele Firmen aus dem Landkreis Tuttlingen auf dem chinesischen Markt präsent sind und erwarten von ausgelernten Technikern nicht nur Reisebereitschaft, sondern auch Kenntnisse der chinesischen Sprache und Kultur.

Nicht möglich geworden wäre dieser Kurs – welcher dieses Schuljahr mit einem Fortsetzungskurs und einem neuen Einsteigerkurs weitergeführt wird – ohne die hervorragende Bildungspartnerschaft zwischen der Steinbeisschule und der Marquardt GmbH. Im persönlichen Gespräch zwischen Geschäftsführer Dr. Harald Marquardt und Schulleiter Hartwig Hils wurde die Idee für einen Chinesischkurs geboren und sofort mit Hilfe des Regierungspräsidiums umgesetzt. So ist das Fach Chinesisch ein gutes Beispiel für eine lebendige Bildungskooperation, in der Schule und Betrieb gemeinsam die Weichen für die Zukunft stellen.


 
Text und Bilder : M. Becker  |  24.10.2012
   
 Mit Marquardt nach Shanghai

Beeindruckt von dem aufstrebenden Land hat Andreas Bux schon die nächste Reise nach China in nicht allzu ferner Zukunft fest im Visier. 

Mit einer Fülle an Erfahrungen und einer Menge Bilder ist Steinbeis-Schüler Andreas Bux von seiner Chinareise zurückgekehrt , die er als bester Schüler im Fach Chinesisch von der Firma Marquardt/Rietheim gesponsert bekommen hat.
China ist ein aufstrebendes Land und zeigt das durch die rapide wachsende Wirtschaft. In der chinesischen Tochter der Firma Marquardt erläuterte Werksleiter Dr. Schaumann dem Steinbeisschüler die moderne Fertigung mit neuesten Anlagen und ergonomisch korrekte Arbeitsplätze. Andreas Bux sprach mit der Leiterin der Human Resources darüber, wie man die Menschen dazu motivieren kann, in der Firma zu bleiben. Üblicherweise wechselt man nämlich die Arbeitsstätte in China bereits nach wenigen Jahren. Doch das will man mit den für das Familienunternehmen Marquardt typischen Personalentwicklungsmaßnahmen vermeiden. Mit einem gut strukturierten Verbesserungsvorschlagswesen, Firmenfesten und Mitarbeitergesprächen, aber auch sicheren und gerecht bezahlten Arbeitsverhältnissen will man gute MitarbeiterInnen ans Unternehmen binden. 

Neben den Terminen in der Firma ergab sich für den Schüler aus Deutschland genug Gelegenheit, Shanghai zu erkunden und so viel wie möglich zu sehen. „Viele freundliche Menschen und schöne Plätze der Stadt lernte ich kennen. An meiner Seite natürlich immer einer der neu gewonnenen Freunde“, freute sich Andreas Bux. Anlass für die Reise war Bux' erster Platz im Chinesisch-Kurs bei seiner Lehrerin Tianjao Liu gewesen, so war es Ehrensache für ihn, seine seit einem Jahr erworbenen Sprachkenntnisse bei jeder Gelegenheit anzuwenden. Gern erzählt er von einer besonderen 'Sprachbegegnung': „Es freut die Chinesen, wenn man sie auf Chinesisch anspricht. Als ich eine Postkarte an meine chinesische Lehrerin aufgeben wollte, fragte mich ein Postangestellter, ob ich das wirklich allein geschrieben habe. Ich antwortete ihm, dass ich Chinesisch lerne und er legte sofort auf Chinesisch los. Ich musste ihn dann doch etwas bremsen, aber er nahm die Postkarten mit einem breiten Grinsen an.“

Neben Erkundung der Stadt und Besuch der Firma bekam der Technikerschüler auch einen Eindruck vom chinesischen Schulsystem. Das Bildungssystem ähnele dem deutschen, so berichtet er, jedoch seien die Schul- und Lernzeiten erheblich länger. Bildung steht in China hoch im Kurs. Mit einer guten Ausbildung hat man in China beste Chancen auf einen guten Arbeitsplatz, auch als Ausländer. 

„Sprachkenntnisse und kulturelle Kompetenzen werden für die Mitarbeiter exportorientierter Unternehmen im Landkreis immer wichtiger, deswegen planen wir zusammen mit der Firma Marquardt eine Partnerschaft mit einer chinesischen Berufsoberschule“, meinte Schulleiter Hartwig Hils.


 
Text und Bilder : M. Becker  |  12.12.2012
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